25. Samba Festival in Coburg

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Schon vor Wochen hatte ich einen der begehrten Stellplätze auf dem Campingplatz Sonnland in Seßlach bei Coburg reserviert. Denn immer Anfang Juli ist hier Hochsaison, weil dann wieder das jährliche Sambafieber ausbricht und alle Übernachtungsmöglichkeiten in und um Coburg ausgebucht sind.

 

Nach raschem Check-in am Freitag (08.07.2016) und Aufbau des Wohnwagens begaben wir uns auch schon in Richtung Coburg. Als „alte Festivalhasen“ fiel die Orientierung nicht schwer, und es dauerte nicht lange, da stand das Auto im Parkhaus und wir vor der Info des Festivals, um unseren Presseumschlag abzuholen. Zu unserem Erstaunen enthielt er diesmal nicht nur die Pressebändchen, den Ablaufplan und das Programmheft sondern auch jeweils zwei Marken für Freigetränke im Gästebereich.

Da am Freitag bekanntermaßen noch nicht so ein Gedränge herrscht wie am Samstag schlenderten wir gemütlich über das Festivalgelände, um uns einen ersten Eindruck zu verschaffen.

 

Autogrammstunde in der VR Bank mit Massimo Sinato

An der  VR-Bank trafen wir dann auf eine fast 50 meterlange Menschenschlange, die auf Einlaß wartete. Das irgendwo Autogrammstunden von Stars abgehalten werden sollten, war uns bekannt, aber eben nicht genau wo. Unserer Vermutung, daß dies wohl hier der Fall sein könnte, folgend, gingen wir über den Pressezugang ins Innere und da waren sie auch schon die Profitänzerin Ekaterina Leonovoa und der Profitänzer Massimo Sinato bekannt aus „Let`s dance“ sowie eine Kandidatin der jüngsten Staffel von „Germany`s next Topmodel“  – Taynara Loy Silva Wolf(Platz 5). Sie alle erfüllten bereitwillig Autogrammwünsche, fanden für jeden Fan ein nettes Wort und sogar Sefies mit dem Handy waren möglich.

 

Escola de Samba Primeira wurde für ihr 25. jähriges geehrt

Nach soviel Mädchengekreische suchten wir uns erstmal einen gemütlichen Gasthof und speisten königlich im Hofbräu Coburg. Anschließend begaben wir uns auf den Schloßplatz, um der offiziellen Eröffnung des 25. Samba Festivals beizuwohnen. Dabei wurde unter anderem die Escola de Samba Primeira aus Erlangen für ihre unermüdliche Teilnahme am Festival seit 25 Jahren geehrt.

Ein paar Bands schauten und hörten wir und dann noch an und machten uns schließlich wieder auf den Rückweg zum Campingplatz, um den Abend bei einem Gläschen Wein bzw. Bier ausklingen zu lassen, schließlich lag ja auch eine arbeitsreiche Woche hinter uns.

Der nächste Morgen begann mit einer Überraschung, als meine Frau aus Ermangelung einer Uhr auf mein Handy nach der Uhrzeit schaute und erstaunt feststellte, daß es fast 10 Uhr war. So lange im Bett auszuhalten ist schon eine Seltenheit bei uns. Aber was soll´s, uns trieb ja nichts, der Sambatag war lang. Nach anfänglichen Problemen mit dem Duschautomat und einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns erneut auf den Weg nach Coburg. Da es mittlerweile Mittag war, rechneten wir mit Problemen bei der Parkplatzsuche. Und genauso kam es. Das angesteuerte Parkhaus voll besetzt. Panik oder warten? Wir entschieden uns für letzteres und hatten Glück. Nach wenigen Minuten durften wir ins Parkhaus rein fahren und starteten dort allerdings erst einmal eine Odyssee. Der Rundkurs führte von ganz unten bis ganz oben ohne auch nur die kleinste Aussicht auf einen freien Parkplatz, also wieder runter. Auf halber Höhe dann war der perfekte Parkplatz für uns frei geworden. Equipment geschnappt, Nummer gemerkt und ab ins Getümmel Richtung Marktplatz. Dort wollte sich nämlich ein Fotokollege aus Hof aufhalten, der sich kurzfristig am Samstagmorgen zu einem Trip nach Coburg entschieden hatte.

Gemeinsam zogen wir nun durch die bereits gut gefüllten Straßen und Gassen und hielten nach außergewöhnlichen Fotomotiven Ausschau. Neben einem „man in gold“ und einem fotografierenden nur mit Lendenschurz und Kopfschmuck bekleideten Indianer trafen wir immer wieder aus Sambagruppen, die teilweise in Begleitung anderer Festivalteilnehmer unterwegs waren, zum Beispiel eine Dudelsackgruppe oder verschiedene Tänzerinnen, die man immer wieder bei den Acts auftreten sah. Nach Ladenschluß wurde die Innenstadt abgeriegelt und der Zutritt zu manchen Locations war nur noch mit Bändchen gestattet.

 

Ein Eis zur Abkühlung

Wir wollten mit unserem Kumpel auf den Schloßplatz, aber der gehörte eben auch zur Bezahlzone. Also hatte meine Frau eine Idee. Sie meinte, wir überfordern den Mann von der Security, indem sie und ich direkt an ihm vorbeigingen und unser Kumpel eng in dritter Reihe. Und was glaubt ihr, es hat geklappt, schließlich hat der junge Mann ja nur zwei Augen. Vor dem VIP-Bereich gönnten wir uns eine kühle Erfrischung und stiefelten dann weiter zum Hofgarten.  Schließlich kam ich auf die Idee, ein Eis zu schlabbern. Da wir uns bereits wieder außerhalb der Bezahlzone befanden, gestaltete sich dieses Vorhaben schwieriger als gedacht. Nach ca. zwei km Suchens entschieden wir uns für das nächstbeste Cafe, was Eis im Angebot hatte, jedenfalls nach Aushang. Vielleicht hätte man schon mal hellhörig werden können, nachdem es hieß, hier sei Selbstbedienung, aber man muß ja nicht immer gleich alles negativ sehen. Obwohl… in diesem Fall schon. Es gab keinen der ausgeschriebenen Eisbecher, sondern nur gemischtes Eis mit Sahne. Zähneknirschend habe ich den dann genommen und meine Frau und mein Kumpel sind auf etwas Flüssiges umgestiegen. Übrigens eine Toilette konnte der Laden an dem Tag auch nicht anbieten, man habe extra einen Toilettenwagen an der Bühne außerhalb angemietet?

Noch eine weitere Stunde streiften wir mit unserem Kumpel durch die mittlerweile brechend vollen Gassen, dann machte er sich auf den Heimweg, da er für den Abend noch etwas anderes vor hatte.

Capoeira-Show vom feinsten

Wir erlebten jetzt auf dem Schloßplatz eine Capoeira-Show und eine farbenfrohe, spektakuläre, atemberaubende und ausdruckstarke afrikanisch brasilianische Show. Nach soviel rumlaufen und rumstehen und fotografieren gönnten wir uns eine Pause im Gästebereich. Eine waschechte Coburgerin erzählte uns von den Anfängen des Festivals, was wohl mal sehr klein in nur wenigen Gassen und unkommerziell angefangen hat.

Gegen 22 Uhr begeisterte Paulo Lopez mit seinen Capoeiristas vor allem das weibliche Publikum und sorgte dafür, daß die Fotografen endlich mal auf die Bühne durften. Bislang war das nämlich nicht gestattet. Im Anschluß stand die Viva Brasil Show auf dem Programm. Es gab eine bunte Palette aus verschiedenen Shows und Tänzen zu sehen, wie Samba und Lambada sowie ein exotischer AfroDance und natürlich auch Capoeira. Eigentlich war nun der Zeitpunkt gekommen, an dem alle akkreditierten Fotografen offiziell auf der Bühne fotografieren durften. Aufgrund von Zeitverzögerungen ließ uns die Security aber immer noch nicht rein. Also verzogen wir uns noch einmal in die VIP-Lounge, schlürften Bier und Prosecco und machten uns danach auf den Heimweg.

Jochen Bake
Jochen Bake
fotografiert gerne Lost Place. Er ist für die Stadt Hof, Frankenpost, Stadtmarketing Hof und den ASV Hof fotografisch tätig. Er ist im Raum Hof auf fast jeder Veranstaltung anzufinden.

1 Kommentar

  1. Peter Knopf sagt:

    Klasse Blder welche die Stimmung dort prima transportieren.
    Gefallen mir wirklich gut Jochen. 🙂

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